Fahrrad und mehr
Das Fahrrad ist heute mit über eine Milliarde Exemplaren die meistgebaute
Maschine der Welt. In seiner 180jährigen Entstehungsgeschichte
war es oftmals auch Politikum und Anstoss des guten Geschmacks.
Politik & Krieg im Radrennsport
1945 und ganz Deutschland lag in Trümmern. Doch genau in dieser
Zeit wurde im zerstörten Berlin das erste Nachkriegsfahrradrennen
veranstaltet. Am 1.Juli 1945 traten einige der besten Rennfahrer
Deutschland zum Rennen an, das sogar im Rundfunk gesendet wurde.
Danach wurden aber weitere Rennen von den Besatzungsmächten
verboten. Während es in den sowjetischen Gebieten noch Jahre
dauerte, wurde schon 1946 in Süddeutschland entsprechende Vereine
gegründet um kurz darauf die ersten Meisterschaften auszutragen.
So fanden Veranstaltungen in Schweinfurt und Frankfurt am Main statt.
Bereits 1948 wurde der Bund Deutscher Radfahrer in Frankfurt a.
Main gegründet. Im Bund Deutscher Radfahrer nutze man die Chance
zu einem Neustart nicht. Der erste Präsident Hans A. Müller
gab nach kurzer Zeit sein Amt auf und die alte Garde rückte
nach.
Ausländische Radfahrer durften bis 1949 nicht an Deutschen
Veranstaltungen starten.1949 wurde in München das erste Sechstagerennen
durchgeführt. Weitere folgend in Hannover, Dortmund und Berlin.
Der Erfolg war grandios und förderte den Radrennsport.
Die Etappenfahrten wurden von der auferstehenden deutschen Radindustrie
gerne als Werbeplakat genutzt. So wurden nach und nach die alten
Rennveranstaltungen erneuert. So gab es ein Städterundenstreckenrennen
über Solingen, Bonn, Aachen, Mönchengladbach, Düsseldorf
und Köln
Der Berufsradsport kam in der DDR zum erliegen. Einige gingen in
den Amateurbereich und viele fuhren lieber im Westen. Das ganze
endete 1958 mit der Auflösung der Kommission Berufsradsport.
Im Rahmen der Teilung des Radsports in der DDR und BRD wurde dieser
immer mehr politisiert. So gab es Grabenkämpfe um viele Details
wie z.B. die Landesfahnen.
Ein großes Thema war im Westen die sog. "Werbung am
Mann" bei den Amateuren. Dabei wollte die Mehrheit in den Verbänden
keine Werbeträger auf Fahrrädern im Radsport. Den Amateuren
drohte der Ausschluss wenn Sie mit Werbung auftraten. Erst Mitte
bis Ende der 70er Jahre wurde dieses Vorgehen nach und nach abgebaut.
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